Gülper See

 

Interessante Arten: Schwarzhalstaucher (Frühjahrszug), Rohrdommel (im Schilfgürtel), Silberreiher (über 100 im Herbst), Schwarzstorch (regelmäißger Gast), Graugans (bedeutender Sammelplatz, über 10.000 im Spätsommer und Herbst), Saat- und Blässgans (jeweils zehntausende im Spätherbst), alle Entenarten (besonders Pfeif-, Krick-, Reiher- und Schellente sowie Gänse- und Zwergsäger), Fischadler (1 Brutpaar am See, weitere in der Umgebung), Seeadler (häufiger Nahrungsgast), Kranich (Sammelplatz im Herbst, Schlafplatz bei Prietzen), im Spätsommer/Herbst praktisch alle Limikolen (besonders Sandregenpfeifer, Alpen-, Sichel- und Zwergstrandläufer, Kampfläufer, Grünschenkel und Dunkler Wasserläufer), Zwergmöwe, Mittelmeer- und Steppenmöwe, Fluss- und Trauerseeschwalbe (Brutfloß und Kunstnester am Nordufer). Bei der Mühle ist oft die Heidelerche zu hören, in und an den Wäldchen am Südufer Baumpieper und Pirol sowie entlang der Straße mehrere Ortolane. Im Schilfgürtel am Nordufer sind regelmäßig Rohrweihen zu sehen sowie Schilf-, Drossel- und Teichrohrsänger sowie der Rohrschwirl zu hören.
Gebietsbeschreibung: Ohne Zweifel ist der Gülper See ein herausragender Lebensraum (nicht nur) für Vögel und ein bei vielen Ornithologen bekanntes Beobachtungsgebiet. Am Westrand des Landes Brandenburg am Unterlauf der Havel gelegen, bietet er vor allem im Frühjahr und Herbst zahlreiche interessante Beobachtungen. Der ca. 6 Quadratkilometer große See ist nirgendwo direkt zugänglich, es gibt aber mehrere lohnende Beobachtungspunkte und -strecken. Nahezu das gesamte Südufer (hier gibt es kaum Schilf) lässt sich sehr gut vom parallel verlaufenden Deich einsehen; es gibt auch einen großen und zwei kleine Beobachtungstürme. Im Sommer und Herbst entstehen hier bei sinkendem Wasserstand breite Schlickflächen. Schöne Beobachtungen sind auch im Südosten des Sees möglich, auf dem Weg, der von Prietzen (Westende des Angers) nach Rhinow führt; beispielsweise sitzen hier in den großen Silberweiden oft Seeadler. Den abendlichen Einflug der Gänse und Kraniche im Oktober kann man am eindrucksvollstsen beim Schöpfwerk am Bärengraben (NO-Ecke des Sees) erleben. Das Nordufer ist von einem breiten Schilfgürtel gesäumt, der die Sicht auf den See teilweise behindert; außerdem ist hier der Weg zur Brutzeit gesperrt. Lediglich von Strodehne aus (nach Süden bis zum einzelstehenden roten Haus, dann ostwärts dem Schotterweg folgen) kann man ein Stück am See entlanggehen.
Vorgeschlagene Tour: Von Rhinow kommend, fährt man durch den Ort Prietzen (hinter der Kirche nach links) und biegt am Ortsende rechts ab (braunes Schild „Gülper See“). An der Bockwindmühle kann man das Auto abstellen und an der Mühle vorbei auf den flachen Seedeich gehen. Auf diesem Deich geht es nun Richtung Westen (nach links) am gesamten Südufer entlang. Nach knapp 2 km kommt man zum großen Beobachtungsturm. Wer nicht so viel laufen will oder kann, kommt auch mit dem Auto auf der parallel zum Deich verlaufenden Straße direkt bis (fast) zu diesem Turm (Zugang auf Höhe der Infotafel am Ende des Kiefernwäldchens). Martin Miethke www.untere-havel.info